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Lohnsteuerklassen

Für wen ist welche Lohnsteuerklasse die zutreffende! 

Für die Durchführung des Lohnsteuerabzugs werden Arbeitnehmer in Steuerklassen eingereiht. Dabei gilt Folgendes:

1. In die Steuerklasse I gehören Arbeitnehmer, die

a) unbeschränkt einkommensteuerpflichtig und ledig sind, oder

b) beschränkt einkommensteuerpflichtig sind;

2. in die Steuerklasse II gehören ledige, alleinerziehende Arbeitnehmer bei denen der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zu berücksichtigen ist; Haushaltsgemeinschaften mit anderen volljährigen Personen gehören nicht dazu.

3. in die Steuerklasse III gehören Arbeitnehmer,

a) die verheiratet sind, wenn beide Ehegatten unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben und

aa) der Ehegatte des Arbeitnehmers keinen Arbeitslohn bezieht oder

bb) der Ehegatte des Arbeitnehmers auf Antrag beider Ehegatten in die Steuerklasse V eingereiht wird,

b) die verwitwet sind, für das Kalenderjahr, das dem Kalenderjahr folgt, in dem der Ehegatte verstorben ist,

4. in die Steuerklasse IV gehören Arbeitnehmer, die verheiratet sind, wenn beide Ehegatten unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben und der Ehegatte des Arbeitnehmers ebenfalls Arbeitslohn bezieht;

5. in die Steuerklasse V gehören die unter Nummer 4 bezeichneten Arbeitnehmer, wenn der Ehegatte des Arbeitnehmers auf Antrag beider Ehegatten in die Steuerklasse III eingereiht wird;

6. die Steuerklasse VI gilt bei Arbeitnehmern, die  von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn beziehen, für die Einbehaltung der Lohnsteuer vom Arbeitslohn aus dem zweiten und einem weiteren Dienstverhältnis. Außerdem ist die Steuerklasse VI anzuwenden wenn dem Arbeitgeber die steuerliche Identifikationsnummer und/oder das Geburtsdatum des Arbeitnehmers nicht mitgeteilt wird, mithin die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale vom Arbeitgeber nicht abgerufen werden können.

 

Die Zuordnung zu den einzelnen Lohnsteuerklassen erfolgt grundsätzlich durch die Finanzverwaltung anhand der bespeicherten Meldedaten. Die Zuordnung zurSteuerklasse II erfolgt auf Antrag. Die Zuordnung von Ehegatten erfolgt grundsätzlich anhand der gewählten Vorjahreskombination (IV/IV bzw. III/V). Bei erstmaliger Vergabe von "Ehegatten - Steuerklassen" (z.B. nach einer Heirat)erfolgt grundsätzlich die Zuordnung für beide Ehegatten in die Steuerklasse IV. Auf gemeinsamen Antrag kann auch die Kombination III/V gewählt werde.

Rechtsgrundlagen

Weitere Hinweise

Die Darstellung der Lohnsteuerklassen beschreibt die Regelfälle. Nicht beschriebene Fallgestaltungen stellen Sonderfälle dar und sind entweder in den gesetzlichen Fundstellen nachzulesen oder beim zuständigen Finanzamt zu erfragen.

Welche Fristen sind zu beachten?

keine

Wie lange dauert die Bearbeitung

sofort

Welche Gebühren/Kosten fallen an?

keine

  • Wenn jemand Arbeitslohn bezogen hat, der nach Steuerklasse VI versteuert worden ist, besteht stets die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung; es handelt sich um einen sogen. Pflichtveranlagungsfall. Hat jemand ausschließlich Arbeitslohn bezogen, der nach den Steuerklassen I oder II versteuert worden liegen keine Pflichtveranlagungstatbestände vor. Sind sonstige Einnahmen erzielt worden, ist im Einzelfall zu prüfen, ob eine Steuererklärung abzugeben ist. Sonstige Einnahmen sind z.B. Kapitalerträge, nicht versteuerte Honorare, nicht versteuerter Arbeitslohn aber auch Elterngeld oder Arbeitslosengeld.
  • Die Wahl der Steuerklassenkombination III/V führt stets dazu, dass eine Steuererklärung abzugeben ist (§ 46 Abs. 2 Nr. 3a. EStG).
  • Arbeitnehmern ohne Wohnsitz/gewöhnlichen Aufenthalt im Inland wird zur Zeit in der Regel noch keine steuerliche Identifikationsnummer zugeteilt (es ist beabsichtigt, ein entsprechendes Verfahren zu installieren, der Einsatzzeitpunkt ist derzeit noch nicht absehbar). Damit können keine elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale gebildet werden können. Diese Arbeitnehmer sollten sich zur Klärung einer zutreffenden (Lohn-)Besteuerung an das Betriebsstättenfinanzamt ihres Arbeitgebers wenden.
  •  Arbeitnehmern ohne Wohnsitz/gewöhnlichen Aufenthalt im Inland wird zur Zeit in der Regel noch keine steuerliche Identifikationsnummer zugeteilt (es ist beabsichtigt, ein entsprechendes Verfahren zu installieren; der Einsatzzeitpunkt ist derzeit noch nicht absehbar). Damit können keine elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale gebildet werden können. Diese Arbeitnehmer sollten sich zur Klärung einer zutreffenden (Lohn-)Besteuerung an das Betriebsstättenfinanzamt ihres Arbeitgebers wenden.