Sie sind hier:

Bescheid über Einheitswert/ Zurechnungsfortschreibung

Zurechnungsfortschreibung

Ändern sich die Eigentumsverhältnisse eines Grundstücks, eines Betriebes der Land- und Forstwirtschaft oder einer Stückländerei und erlangt das zuständige Finanzamt hiervon Kenntnis, wird der bisher festgestellte Einheitswert im Wege der Zurechnungsfortschreibung für den neuen Eigentümer festgestellt. Gleichzeitig wird ein Bescheid über den Grundsteuermessbetrag erteilt. Dieses ist die Grundlage für die Berechnung der Grundsteuer. Schuldner der Grundsteuer ist derjenige, der am 1. Januar eines Jahres Eigentümer bzw. wirtschaftlicher Eigentümer des Steuergegenstandes war. Ist das Grundstück vom Finanzamt mehreren Personen zugerechnet worden, sind diese Gesamtschuldner.

Voraussetzungen

  • Eigentum, Teileigentum oder Erbbaurecht an einem Grundstück
  • das zuständige Finanzamt bestimmt sich danach, in welcher Gemeinde das Grundstück liegt
  • Für Grundstücke in der Stadtgemeinde Bremen ist für die Feststellung des Einheitswertes, des Grundsteuermeßbetrages und der Festsetzung der Grundsteuer das Finanzamt Bremerhaven zuständig
  • Für Grundstücke in Bremerhaven ist für die Feststellung des Einheitswertes und des Grundsteuermeßbetrages das Finanzamt Bremerhaven zuständig. Für die Festsetzung der Grundsteuer ist die Stadtkämmerei Bremerhaven -Steuerabteilung- zuständig.
  • Grundlage für die Festsetzung der Grundsteuer ist der zuletzt festgestellte Einheitswert. Beim Grundsteuerbescheid handelt es sich um einen Folgebescheid.

Das zuständige Finanzamt erteilt einen Bescheid über den Einheitswert/ Zurechnungsfortschreibung, wenn es Kenntnis über eine Änderung der Eigentumsverhältnisse eines Grundstücks erlangt.

Rechtsgrundlagen

Welche Fristen sind zu beachten?

Es sind keine Fristen zu beachten

Wie lange dauert die Bearbeitung

Ändern sich die Eigentumsverhältnisse eines Grundstücks z.B. durch Verkauf, erfolgt in der Regel eine Zurechnungsfortschreibung des Einheitswerts für das betreffende Grundstück durch das Finanzamt innerhalb eines Jahres. Ändern sich die Eigentumsverhältnisse aus anderen Gründen, z.B. durch Erbfolge, hängt die Bearbeitungsdauer davon ab, wann das Finanzamt davon Kenntnis erlangt.

Welche Gebühren/Kosten fallen an?

Es fallen beim Finanzamt keine Gebühren an.

  • Weil Sie Eigentum an einem Grundstück erworben haben, z.B. durch einen Kaufvertrag oder einen Erbfall.
  • Der Bescheid über Einheitswert/ Zurechnungsfortschreibung ist Grundlage für die Festsetzung des Grundsteuermessbetrags und der Grundsteuer. Bei Änderung der Eigentumsverhältnisse (z.B. durch
    Verkauf, Erbfall) ist der bisher festgestellte Einheitswert den neuen Eigentümern im Wege einer Zurechnungsfortschreibung zuzurechnen. Der Stichtag der Zurechnung ist der folgende 01.01. des Jahres, in dem die Lieferung lt. Kaufvertrag bzw. der Erbfall stattgefunden hat.
  • Stichtag für die Einheitsbewertung ist immer der 01.01. eines Jahres, da die Grundsteuer auch eine Jahressteuer ist, die darauf basiert.
  • Die zu zahlende Grundsteuer ergibt sich aus dem "Bescheid über Grundsteuer und den Beitrag zum Bremischen Deichverband" (=Grundbesitzabgabenbescheid). Wenn die Zurechnung auf einen in der Zukunft liegenden Stichtag erfolgt ist, erhalten Sie Anfang des Jahres der Zurechnung einen Grundbesitzabgabenbescheid.

    Bei rückwirkender Zurechnung müsste ein Grundbesitzabgabenbescheid mit übersandt worden sein.

  • Bei einer Zurechnungsfortschreibung wird der zuletzt festgestellte Einheitswert zugerechnet, d.h. in gleicher Höhe wie er auch für den Voreigentümer gültig war. Daher enthält der Bescheid auch keine Angaben zur Wertermittlung. Diese können Sie nur beim Finanzamt erfragen.
  • Der Grundsteuermessbetrag muss nicht gezahlt werden. Er dient lediglich der Berechnung der Grundsteuer. Bitte warten Sie den Grundbesitzabgabenbescheid ab, der Ihnen bis Ende Januar zugehen wird. Darin werden auch die Fälligkeitstermine genannt. Hinweis: Die zu zahlende Grundsteuer ist wesentlich höher als der Grundsteuermessbetrag, weil auf diesen noch der dann gültige Hebesatz (für 2016
    695 v.H.) anzuwenden ist.
  • Für das Jahr ab Zurechnung erhalten Sie im Januar einen Grundbesitzabgabenbescheid. Für  Folgejahre bleibt dieser Bescheid gültig, bis Sie einen neuen Bescheid erhalten. Ein neuer  Bescheid wird nur erstellt, wenn sich die Höhe
    der Grundsteuer geändert hat.
  • Im Jahr des Verkaufs schuldet grundsätzlich noch der Verkäufer die Grundsteuer für das ganze Jahr und muss die fälligen Teilbeträge zahlen. Wenn Sie sich aber vertraglich (z.B. im Kaufvertrag) zur Zahlung der Grundbesitzabgaben ab Übergabe verpflichtet haben, müssen Sie die Zahlungen aufgrund der vertraglichen Verpflichtung leisten. Das Finanzamt hat damit nichts zu tun, d.h. Erwerber und Veräußerer müssen untereinander klären, wer im Jahr des Eigentumsübergangs die Zahlungen an das Finanzamt leistet.
  • Ja, der Erwerber kann auch schon im Jahr des Eigentumsübergangs ein SEPA-Lastschriftmandat erteilen.
  • Oben links auf dem Einheitswertbescheid / Bescheid über die Zurechnungsfortschreibung bzw. dem Grundsteuerbescheid wird die Steuernummer ausgewiesen. Die Steuernummer bleibt auch bei Eigentumswechsel gleich. Dieses ist auch das Aktenzeichen, welches in der Anlage V zur Einkommensteuererklärung angegeben werden muss.
  • Bei der Zurechnung des Einheitswerts werden nur die Eigentumsverhältnisse festgestellt. Ein Einspruch ist nur dann zulässig, wenn die Eigentumsverhältnisse fehlerhaft festgestellt wurden. Die Höhe des Einheitswerts kann nur im Wege eines Antrags auf Wertfortschreibung geändert werden.